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LUIS GALDÁMEZ, Hörfunkjournalist bei Radio Globo in Lebensgefahr Der freiberufliche Hörfunkjournalist Luis Galdámez arbeitet für einen unabhängigen Radiosender in Honduras. Er hat aufgrund seiner Arbeit beim Sender und unterstützender Kommentare für den des Amtes enthobenen Präsidenten Manuel Zelaya Morddrohungen erhalten. Luis Galdámez, Moderator des Programms "Tras La Verdad" (Hinter der Wahrheit), hat auf seinem Handy anonyme Anrufe und SMS mit Morddrohungen erhalten. Der landesweite Sender Radio Globo strahlt "Tras la verdad" täglich aus. Die Drohungen gegen Luis Galdámez und seine Familie begannen, kurz nachdem er angefangen hatte, in seiner Sendung die honduranischen De-Facto-Behörden zu kritisieren. In einer SMS hieß es: "Wir haben dich, du Hund, diesmal entkommst du uns nicht... Pass bloß auf, wir wissen, wo ihr wohnt und wo deine Kinder zur Schule gehen. Wir überwachen dich und deine Familie, du Wichser. Wenn du nicht die Schnauze hältst, bringen wir dich um, du Abschaum." Der aus dem Amt getriebene Präsident Manuel Zelaya kehrte am 21. September nach Honduras zurück und suchte Schutz in der brasilianischen Botschaft in Tegucigalpa. Luis Galdámez sendete anlässlich der Rückkehr an diesem Tag direkt aus der Botschaft. Seither hat der Radiojournalist die Botschaft nicht mehr verlassen, da er aufgrund der erhaltenen Drohungen außerhalb des Gebäudes um sein Leben fürchtet. Die Interamerikanische Menschenrechtskommission hat die honduranischen Behörden aufgefordert, Luis Galdámez zu schützen. Doch er hat Amnesty International berichtet, dass die Behörden bislang keine Maßnahmen zu seinem Schutz ergriffen haben. Seit Präsident Zelaya am 28. Juni aus dem Amt getrieben wurde, ist es zu einer Reihe von Angriffen gegen Medienschaffende gekommen. Am 5. November warf man einen Sprengkörper auf das Büro des Radiosenders HRN, dabei wurden zwei Personen verletzt und die technische Ausstattung des Senders beschädigt. Am 6. November äußerte der Direktor des Fernsehsenders Canal 36 die Vermutung, dass es die Behörden gewesen seien, die ein Glasfaserkabel zerschnitten hätten, um die Ausstrahlungen des Fernsehsenders zu verhindern. Nach Kenntnis von Amnesty International ist bislang niemand für diese Angriffe zur Verantwortung gezogen worden.
Der demokratisch gewählte Präsident José Manuel Zelaya Rosales wurde am 28. Juni von einer vom Militär unterstützten Gruppe von PolitikerInnen gestürzt, die vom ehemaligen Vorsitzenden des Nationalkongresses, Roberto Micheletti, angeführt wurde. Seitdem kommt es überall im Land zu Unruhen mit häufigen Zusammenstößen zwischen der Polizei, dem Militär und Demonstrierenden. Örtliche Quellen berichten, dass seit dem 28. Juni mindestens sieben Menschen unter ungeklärten Umständen zu Tode gekommen sind. Darüber hinaus stehen Medienschaffende seit der Machtübernahme durch Roberto Micheletti verstärkt unter Druck. Viele Radioprogramme wurden abgesetzt und zwei Sendestationen wurden von den De-Facto-Behörden geschlossen, darunter auch Radio Globo. Polizeikräfte durchsuchten den Radiosender am 28. Juni und beschlagnahmten dessen technische Ausrüstung. Am 26. September erließ Roberto Micheletti eine Verordnung, derzufolge Tageszeitungen und Sender geschlossen werden können, wenn sie "BeamtInnen beleidigen". Auf internationalen Druck hin wurde die Verordnung später wieder aufgehoben, doch es kommt weiter zu Drohungen und Angriffen gegen Medienschaffende und Sendeanstalten. Radio Globo darf seit dem 19. Oktober wieder senden.
DU KANNST DICH BETEILIGEN! Diese urgent action hängt bis zum 22. Dezember 2009 in der Katholischen Hochschulgemeinde Würzburg, Hofstallstraße 4 aus.